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Kaum ein Patient verlässt die ärztliche Sprechstunde ohne Rezept.
Rund 50.000 Arzneimittel sind in Deutschland in den Apotheken erhältlich. Worauf können Sie als Patient achten?

• Muss es immer ein Medikament sein?
Gerade bei geringfügigen Erkrankungen oder bei Befindlichkeitsstörungen ist die Einnahme eines Medikamentes nicht immer die beste Entscheidung. Jedes Medikament hat neben der beabsichtigten Wirkung oft mehr als eine unbeabsichtigte Nebenwirkung. In manchen Fällen kann der Griff zum Hausmittel die bessere Entscheidung sein.
• Medikamente nie ohne Rat des Arztes und/oder Apothekers einnehmen.
Auch rezeptfreie Medikamente sollten nicht ohne Rat des Fachmanns genommen werden. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!
Harmlos erscheinende Befindlichkeitsstörungen können auch einen ernsten Hintergrund haben.
• Nehmen Sie Medikamente nicht nach dem Grundsatz „viel hilft viel“.
Entscheidend ist nicht die Menge, sondern nur die richtige und von Ihrem Arzt verordnete Anwendung führt zur gewünschten Wirkung. Wer „viel“ nimmt, riskiert auch „viele“ Nebenwirkungen. Für den Behandlungserfolg kann das durchaus von Nachteil sein.
• Was ist besser, große oder kleine Packungen?
Medikamente erhalten Sie in der Regel in drei unterschiedlichen Packungsgrößen. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, welche die für Sie geeignete Packungsgröße ist. Zu kleine Packungen machen häufig eine Wiederholungsverordnung durch den Arzt erforderlich. Zu große Packungen kosten nicht nur mehr Geld: Da die Lagerfähigkeit von Arzneimitteln regelmäßig begrenzt ist, führen „gut gefüllte“ Arzneimittelschränke oft nur zu entsprechendem Sondermüll.
Schätzungen gehen dahin, dass in Deutschland Jahr für Jahr Arzneimittel im Wert von bis zu 0,51 Mrd. Euro auf dem (Sonder-)Müll landen. Auf dem Arzneimittelmarkt gibt es Preiswettbewerb. Vergleichbare Arzneimittel sind deshalb oft zu ganz verschiedenen Preisen erhältlich. Es muss nicht immer das (teure) Originalmedikament sein. Gleichwirksame sog. Generika sind in der Regel deutlich preiswerter. Die jeweils aktuellen Arzneimittelpreise kennen der Apotheker und der behandelnde Arzt.

Der Arzt hat im Übrigen bei der Verordnung mehrere Möglichkeiten:
• Er nennt auf dem Rezept das konkrete Arzneimittel.
Hierbei kann es sich um ein Originalpräparat oder auch um ein Generikum handeln.
• Er gibt auf dem Rezept lediglich den Wirkstoff an.
In der Apotheke können sich dann Patient und Apotheker gemeinsam für ein bestimmtes Arzneimittel des betreffenden Wirkstoffes entscheiden.
• Er nennt auf dem Rezept das konkrete Arzneimittel,
kreuzt aber gleichzeitig das Symbol a.s. (aut simile) an. Apotheker und Patient haben dann die Möglichkeit, sich auch für ein anderes wirkstoffgleiches Medikament zu entscheiden.

 

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