Meist bezieht sich der Begriff "Lebenserwartung" auf die Anzahl der Jahre, die ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen (Kohorte) eines bestimmten Alters voraussichtlich leben wird. Diese geschätzte Zahl beruht auf statistischen Extrapolationen und wird durch eine endliche Anzahl von Parametern beeinflusst, sie wird für jedes einzelne Alter angegeben und in so genannten Sterbetafeln (geschlechtergetrennt) zusammengefasst. Sie lässt deswegen kaum Rückschlüsse oder Voraussagen für eine bestimmte einzelne Person zu. Außerdem ist die Lebenserwartung stark davon abhängig, wie die Bevölkerung insgesamt altersmäßig strukturiert ist (Stabile oder instabile Bevölkerung mit wechselnden Sterbe- und Geburtenraten in den einzelnen Altersklassen). So kann zum Beispiel die Lebenserwartung bei gleich bleibender Sterblichkeit älterer Bürger allein dadurch ansteigen, dass weniger Kinder geboren werden und dadurch der Anteil älterer Menschen ansteigt (wie zur Zeit in den meisten westeuropäischen Ländern).
Die Lebenserwartung ist von Bedeutung für alle Arten von Vorsorgesystemen bei denen der Erlebensfall von Bedeutung ist ( z.B. Rentenversicherung). Neben der Bedeutung für Vorsorgesysteme hat eine steigende Lebenserwartung auch gesellschaftliche Auswirkungen.